2017 03 29 1 Kreatives Sachsen Marke 4c

Wie die Kultur- und Kreativwirtschaft sächsischen Unternehmen dabei hilft, sich für die Zukunft fit zu machen.

 

Wie kann ein Dresdner Solarspezialist im Wettbewerb der Energiespeichertechnologien gegen die Konkurrenz aus den USA und Asien bestehen? Wie können sich regionale Fernsehproduzenten gegen die Netzgiganten Netflix und Amazon behaupten? Und wie kann ein Hersteller von Sonnenschutzprodukten aus dem Erzgebirge seinen Umsatz vervielfachen? Eine mögliche Antwort auf diese Fragen lautet: Durch die Zusammenarbeit mit den Unternehmen der sächsischen Kultur- und Kreativwirtschaft (KKW)!

In ihrem Antrag zur Förderung der KKW im Sächsischen Landtag betonen CDU und SPD, dass die KKW "als eigenständiger Wirtschaftsbereich mit einer hohen Wachstumsdynamik die Chance zur Steigerung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und beachtliche Beschäftigungs- und Innovationspotentiale birgt." Knapp acht Prozent der deutschen Unternehmen waren 2014 der KKW zuzuordnen. Diese erwirtschafteten mit über einer Million Beschäftigten 65,9 Milliarden Euro und liegen noch vor den Finanzdienstleistern (64,8 Milliarden Euro), den Energieversorgern (50,8 Milliarden Euro) und der Chemieindustrie (40,8 Milliarden Euro).

Damit sich die KKW in Sachsen weiterhin so positiv entwickelt, wie bisher, haben sich im Juli 2015 die drei städtischen Branchenverbände Kreatives Chemnitz, Wir gestalten Dresden und Kreatives Leipzig zum "Landesverband der Kultur- und Kreativwirtschaft Sachsen e.V." zusammengeschlossen. Gemeinsam wollen sie die Sichtbarkeit und Vernetzung ihrer Mitglieder weiter vorantreiben und mit anderen Branchen, Verbänden und Institutionen in Kontakt treten. Einen ersten großen Erfolg konnte der Verband Mitte September 2016 auf der Bundestagung der KKW in Rostock verzeichnen. Dort wurde der Chemnitzer Lars Fassmann zum Sprecher des Bundesnetzwerkes "Kreative Deutschland" gewählt.

Wie Kreativunternehmen in Sachsen arbeiten und welche interessanten Projekte von und mit etablierten, sächsischen Mittelstandsunternehmen umgesetzt werden, stellen wir in drei Beispielen vor...

 

1. neongrau | Solarwatt

2017 03 29 3 neongrau Logo     2017 03 29 Logo Solarwatt

Weltweit gefragte Energieeffizienz in handlichem Design

Eines der größten Probleme der Energiewende ist die Speicherung des Stroms aus alternativen Energiequellen. Tesla – der berühmte Elektrosportwagenproduzent – hat bereits im Mai 2015 ein Speichergerät angekündigt, das im Elektroauto und im Eigenheim zur Anwendung kommen kann. Doch während in Nevada noch immer an einer Lösung gearbeitet wird, ist man in Dresden bereits in Serienproduktion gegangen.

2017 03 29 3 Solarwatt myreserve Quelle Solarwatt

Der Solarwatt GmbH ist es mit der Unterstützung der Produktdesigner der neongrau gelungen, einen der weltweit effizientesten Solarspeicher am Markt zu entwickeln. Bei einem Wirkungsgrad von 93 Prozent und einer Speicherkapazität bis zu 11 Kilowattstunden wiegt keines der Einzelmodule mehr als 25 Kilogramm. Die Funktionalität und das Design überzeugten auch die Jury des German Design Awards und brachten 2016 gleich zwei Mal das Prädikat "Special Mention" des German Design Awards.

 

2. Thadeus Roth | ARD

2017 03 29 2 Thadeus Roth Transmedia Logo     2017 03 29 2 ARD Themenwoche I Quelle ARD

Transmedia aus Leipzig bereichert ARD-Themenwoche

Vom 30. Oktober bis zum 05. November 2016 veranstaltet die ARD eine Themenwoche zur Zukunft der Arbeit. Die Inhalte werden an die Zuschauer aber nicht nur über die heimische Mattscheibe herangetragen. Zusammen mit den Sendeanstalten erschafft das Unternehmen Thadeus Roth aus Leipzig ein transmediales Erlebnis.

Für die Themenwoche erschafft Thadeus Roth auf Basis künstlicher Intelligenz in Kombination mit Storytelling eine virtuelle Assistentin, die Interessierte individuell durch das Programm leitet. "Marie" ruft an, schreibt Nachrichten, macht auf ARD-Angebote aufmerksam und sorgt für Unterhaltung und inhaltliche Auseinandersetzung. Ein anderes Projekt zur Themenwoche ist der Job-Futuromat. Angereichert durch Daten der Bundesagentur für Arbeit können die Nutzer damit erkunden, wie sich ihr Berufsfeld in der Zukunft entwickelt.

 

3. chemmedia | SUNDISCOUNT

2017 03 29 4 Chemmedia Logo     2017 03 29 4 Sundiscount Logo invers rgb

Digitalisierter Vertrieb unterstützt erzgebirgischen Mittelständler

Die VS Sonnenschutz Technologie GmbH aus Gornsdorf fertigt maßgeschneiderte Sonnenschutzprodukte für innen und außen. Der Beratungs- und Abstimmungsaufwand für Markisen, Rollos, Plissees, etc. ist enorm und stellte sich immer wieder als Verkaufshemmnis heraus. Um dieses Problem zu umgehen, arbeitet die VS Sonnenschutz Technologie GmbH seit 2002 mit der chemmedia AG aus Chemnitz zusammen.

 

Ziel war die Digitalisierung des kompletten Vertriebsprozesses, mitsamt Rechnungsstellung, Produktion und Versand des Industrieunternehmens. Durch ein digitales Beratungssystem ist der Endkunde nun in der Lage, das Produkt selbst zu konstruieren und zu bestellen. Ihm wird im Rahmen der Bestellung das notwendige Fachwissen vermittelt, es wird geprüft, ob das Produkt sinnvoll produzierbar ist und zu welchem Preis. Übergabe an Produktion, Rechnungsstellung, Versand etc. erfolgen automatisiert, so dass bei teilweise mehreren hundert Bestellungen pro Tag kaum personeller Aufwand erforderlich ist.